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Bezirk Hollabrunn

SPÖ Hinterberger: „Im Notfall zählt jede Minute – Versorgung zuerst, Struktur danach“

20.05.2026
Bezirksvorsitzender fordert: Keine Schließung des Notarztstützpunkts Retz ohne funktionierendem Ersatz!
 
Bei einer Pressekonferenz in Ybbs haben Kontroll-Landesrat Sven Hergovich sowie Notärztinnen und Notärzte vor vorschnellen Strukturänderungen im niederösterreichischen Notarztsystem gewarnt. Die Botschaft der SPÖ NÖ ist klar: „Zuerst die Verbesserungen, dann die Strukturdebatte.“
Was hat Ybbs mit Retz gemeinsam? Beide Städte trifft die Schließungsthematik von Notarztstützpunkten mit voller Wucht. Für den Bezirk Hollabrunn bricht Hergovich gemeinsam mit dem SPÖ-Bezirksvorsitzenden Stefan Hinterberger ebenfalls eine Lanze für den Erhalt der regionalen Versorgung: „Wir werden keinerlei Verschlechterungen auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten akzeptieren. Eine Schließung des Notarztstützpunktes in Retz ohne adäquaten Ersatz ist für die SPÖ nicht vorstellbar!“
Hinterberger: „Große Sorgen im Bezirk Hollabrunn – Retz muss sicher bleiben“
Der Hollabrunner SPÖ-Bezirksvorsitzender warnt davor, die ländlichen Regionen systematisch abzuhängen. Hergovich kritisierte zuvor fehlende Voraussetzungen für die geplante Umstellung, wie eine flächendeckende 24/7-Erstversorgung in allen Kliniken oder mobile Notfallteams. Solange es keinen gleichwertigen Ersatz gibt, dürfe kein Standort geschlossen werden.
„Die Wege bei uns am Land sind lang, die Entfernungen groß. Wenn im Raum Retz oder im Pulkautal etwas passiert, zählt jede Sekunde. Den Notarztstützpunkt Retz ohne echten Ersatz zu schwächen, ist brandgefährlich“, stellt Hinterberger klar.
Sicherheit vor Geschwindigkeit
Reformen im Gesundheitswesen müssen laut SPÖ zuerst in Pilotphasen erprobt und gleichwertige Lösungen nachgewiesen werden. „Sicherheit vor Geschwindigkeit. Versorgung und Hilfe vor Sparen am falschen Platz“, so Hergovich und Hinterberger.
Unterstützung kam bei der Pressekonferenz in Ybbs aus der Praxis von drei Notärzten:
Georg Csaicsich (Notarzt): „Im Notfall entscheidet oft nicht die Theorie, sondern die Zeit bis zum Eintreffen. Gerade im ländlichen Raum können wenige Minuten einen enormen Unterschied machen.“
Albert Reiter (Notarzt): „Wir erleben tagtäglich, wie stark das bestehende System bereits belastet ist. Die Menschen erwarten sich zurecht, dass Hilfe rasch kommt – unabhängig davon, wo sie wohnen.“
Tarik Farahat (Notarzt): „Ländliche Regionen brauchen verlässliche Strukturen. Veränderungen können sinnvoll sein – aber nur dann, wenn sie in der Praxis nachweislich funktionieren und die Versorgung mindestens gleichwertig bleibt.“

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