In einer Pressekonferenz kritisierten Nationalrätin Melanie Erasim (SPÖ-Bezirksvorsitzende Mistelbach), Landtagsabgeordneter René Zonschits (Bezirksvorsitzender Gänserndorf), Stadtrat Martin Peterl (Bezirksvorsitzender Korneuburg) und Vizebürgermeister Heinz Scheele (Stockerau) die geplante Schließung der Landeskliniken Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau sowie eine Auflassung der Tagesklinik Gänserndorf scharf. Die drohende Schließung der Akut-Krankenanstalten stößt auf massiven Widerstand seitens der SPÖ. Um auch der betroffenen Bevölkerung ein Sprachrohr zu verleihen, wurde eine Online-Petition sehr erfolgreich gestartet – unter https://noe.spoe.at/spitaeler-retten
«Alle Weinviertler Bezirke sind von diesen Kahlschlagplänen im Gesundheitsbereich betroffen» betont Nationalratsabgeordnete Melanie Erasim. «Die Bürgerinnen und Bürger des Weinviertels haben ein Recht auf eine flächendeckende, wohnortnahe medizinische Versorgung mit der E-Card. Wenn Spitäler zusammengelegt werden, verlängern sich die Wegminuten ins nächste Krankenhaus zum Teil enorm (siehe Beilage).»
Für völlig absurd hält der Korneuburger StR Martin Peterl die Schließungspläne: «Man sperrt ja auch nicht die Feuerwehren in den Katgemeinden zu, nur weil es im Hauptort auch eine FF gibt!»
«Die Bevölkerung und auch die Mitarbeiter der Krankenhäuser sind völlig verunsichert», ergänzt der Stockerauer Vizebürgermeister Heinz Scheele.
Und Landtagsabgeordneter René Zonschits erinnert daran, dass die Tagesklinik in Gänserndorf im Jahr 2002 vom damaligen LH Pröll mit den Worten eröffnet wurde: «Damit schließen wir einen weißen Fleck auf der gesundheitspolitischen Landkarte.» Zonschits: «Wird die Tagesklinik geschlossen, machen wir genau diesen weißen Fleck im Bezirk Gänserndorf wieder auf – was für ein Unfug.»
Die SPÖ-MandatarInnen rufen daher zum Schulterschluss aller Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und aller Abgeordneten der Region auf: «Fordern wir gemeinsam die EntscheidungsträgerInnen in St. Pölten dazu auf, für den Ausbau der Gesundheitseinrichtungen für die Bürgerinnen und Bürgern zu arbeiten und nicht für die weitere Zerstörung des Gesundheitssystems in NÖ.»
Beispiele für längere Fahrtzeiten aufgrund Spitalsschließungen
Hollabrunn – Akutkrankenanstalt wird aufgelöst
Hollabrunn – Tulln: 31 min
Hollabrunn – Horn: 42 min
Hollabrunn – Krems: 47 min
Hollabrunn – Mistelbach: 45 min
Haugsdorf – Hollabrunn: 21 Minuten
Haugsdorf – Mistelbach: 52 Minuten
Haugsdorf – Horn: 41 Minuten
Hausdorf – Tulln: 45 Minuten
Haugsdorf – Znaim: 26 Minuten
Korneuburg – Akutkrankenanstalt wird aufgelöst
Korneuburg – Tulln: 22 min
Korneuburg – Mistelbach: 32 min
Gänserndorf – Sonderkrankenanstalt wird aufgelöst
Angern an der March – Gänserndorf: 12 min
Angern an der March – Mistelbach: 36 min
Angern an der March – Hainburg: 32 min
Aderklaa – Gänserndorf: 20 min
Aderklaa – Korneuburg: 20 min
Aderklaa – Klosterneuburg: 35 min
Aderklaa – Tulln: 33 min
Aderklaa – Mistelbach: 30 min
Aderklaa – Hainburg: 41 min
Gynäkologie und Geburtshilfe
Geburtenstationen in Klosterneuburg, Hollabrunn, Melk und Waidhofen an der Ybbs werden geschlossen. Scheibbs übernimmt einen Teil von Melk. (Klosterneuburg, Hollabrunn, Melk Fahrtzeiten vgl. oben)